Websiten unter der 2005 - 217J.Kampe 2005 - 2011 J.Kampe 2005 - 2011 J.Kampe 2005 - 2017 Die Enthüllungen Edwards Snowden über die Schnüffelpraxis westlicher Geheimdienste dürften auch den letzten Zweifler in den alten Bundesländern überzeugt haben. Das schmutzige Geschäft wird von jeher von allen Staaten betrieben. Nicht nur das MfS der DDR hat es getan. Die Begründung hier wie dort, es dient der Sicherheit des jeweiligen Staates.  Heute wird nach den Enthüllungen öffentlich darüber gesprochen. Mit dem 11.September 2001 wurde die Schnüffelpraxis auf ein neu- es, höheres Niveau gehoben. Von nun an dient es verstärkt der Terrorabwehr. Wer aber definiert diesen Begriff ?   In der DDR hat auch die NVA abgehört und alle wussten es, konnten ihr Verhalten entsprechend einrichten Die Fernsprechüberwachung im Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) der DDR Mit der Installation der Automatischen Telefonzentrale ATZ 65 N im Nachrichtenbunker der Nachrichtenzentrale des MfNV in den Jahren 1979/80 wurden auch die technischen Möglichkeiten für die Überwachung von Gesprächen auf Fernsprech- verbindungen geschaffen. Personal für die Durchführung der Überwachung war im Stellenplan- und Ausrüstungsnachweis nicht vorgesehen. Zwei Überwachungsplätze / Bedientische befanden sich im Unterge- schoß des Bunkers, unmittelbar neben der Fernsprechvermittlung. Die Bedientische unterschieden sich nicht von denen der Fernsprechvermit- tlung. Sie ermöglichten die Anschaltung entsprechender Tonbandaufzeich- nungstechnik mit dem Ziel des Mitschneidens von Gesprächen. Da allen Amts-, Betriebs- und Meldeleitungen leitungsgebundene Bedien- und Anzeigeelemente zugeordnet waren, konnten die Betriebszustände der einzelnen Leitungen beeinflusst bzw. erkannt werden. Die Identifizierung der Gesprächsführenden war kompliziert, besonders dann, wenn im Gespräch keine Namen bzw. Dienststellungen genannt wurden. Eine Rückverfolgung der Rufnummern war nicht beabsichtigt. Organisation und Durchführung der Überwachung Die Durchführung der Überwachung unterlag strengsten Regeln der Na- chrichtenordnung des Stellvertreters des Ministers und Chefs des Hauptstabes der NVA. Sie galten auch für alle nachgeordneten Stäbe und Einrichtungen. Für das MfNV bestätigte er das Personal und den Zeitraum der Überwachung. Eingesetzt wurden Offiziere des SAS- und Chiffrierdienstes aus der 8.Abteilung der Verwaltung Nachrichten und ausgewählte Offiziere der Hauptnachrichtenzentrale. Die Ergebnisse der Überwachung wurden in einem Bericht erfasst und dem Chef des Hauptstabes vorgelegt. Eine Auswertung fand in der Regel bei Offiziers- versammlungen im MfNV statt. Jeder Angehörige des MfNV erhielt da- mit Kenntnis von der Überwachung und wusste sein Verhalten einzu- richten.  Was wurde überwacht ? Erst in der zweiten Hälfte der 80er Jahre wurden die Überwa- chungsplätze zunehmend und verstärkt genutzt. Ausschlag- gebend hierfür war sicherlich die sich verändernde politische Lage in der Welt. Eingeleitete vertrauensbildende Maßnahmen zwischen den politischen Blöcken verlangten mehr Offenheit und Transparenz in den sich gestaltenden Beziehungen zwi- schen Ost und West. Das erforderte offensichtlich nach innen die Kontrolle zu verstärken. Insbesondere im Zusammenhang mit bevorstehenden Manövern, Übungen, Maßnahmen im Rah- men von Stockholm-Inspektionen. Auch Forderungen zur leis- tungsgerechteren Finanzierung von Dienstleistungen rückten mehr und mehr in den Mittelpunkt. (z.B Privatgespräche von Diensttelefonen) Die Überwachung diente dem Ziel der:     Einhaltung der Regeln der gedeckten Truppenführung bei der Nutzung technischer Nachrichtenmittel durch die Mit- arbeiter/ Offiziere des MfNV, Erkenntnisgewinnung zur Führung privater Gespräche von Diensttelefonen, Kontrolle des Betriebspersonals der Fernsprechvermittlung zur Einhaltung der Regeln des Betriebsdienstes  Technik zur Überwachung  Als Tonbandaufzeichnungstechnik wurde ein KDG-Ü (Kommandeurs- Diktiergerät-Übergangslösung) genutzt. Speziell vor- bereitet für den Einsatz zur Überwachung wurde das KDG-Ü mit entsprechenden technischen Zusatzeinrichtungen ausge- liefert. Das Koffer-Set war im Ruhezustand petschiert. Es wurde unter Verschluss in der 8.Abteilung (Spezialnachrichtendienst) der Verwaltung Nachrichten des MfNV gehalten. Unter ständigem Verschluss wurde auch der Betriebsraum der Fernsprechüberwachung gehalten. Er war mit einem Siegel petschiert und alarmgesichert. Der Zutritt war dem Betriebspersonal der Nachrichtenzentrale verwehrt.     Raum Fe-Über- wachung       Fernsprech- vermittlung       Übertragungs- technischer Dienst   Hauptverteiler  Automatische Telefonzentrale ATZ Raum Raum Raum Raum Hörprobe