Fernsprechsonderanlage des Ministers für Nationale Verteidigung (es besteht kein Zusammenhang zur Sonderfernsprechanlage des Ministerrates der DDR ) Die Fernsprechsonderanlage, auch als Ministeranlage bezeichnet, stellte eine Telefonanlage dar, die als Nebenstellenan- lage für einen ausgewählten Personenkreis an den Standorten Strausberg und Berlin betrieben wurde. Die Anlage war Teil der Automatischen Telefonzentrale ( ATZ 65 N) der Nachrichtenzentrale des MfNV und einer Großwahl- Nebenstellenanla- ge (GWN) in Berlin 1. Funktion und Aufgabe der Ministeranlage gleichzusetzen mit “Ministervermittlung”, bedeutet die Assoziation eines Vermitt- lungsplatzes, an dem Gespräche zwischen Teilnehmern hergestellt werden. Und das ist hier völlig unangebracht. Zwischen Strausberg und Berlin waren 6 Querverbindungsumsetzer geschaltet.  Sie ermöglichten den schnellen Ausstieg von Strausberg nach Berlin und umgekehrt mit der Ziffer „6“. Alleiniger Mitnutzer der Anlage als Teilstreitkraft der NVA war das Kommando Luftstreitkräfte/ Luftverteidigung mit seinem Kommando in Eggersdorf bei Strausberg.      Die Teilnehmer- schaltungen (TS) wurden als außen liegende Nebenanschlüsse der Anlage bezeichnet. In Strausberg standen von der ATZ 65 N 300 Anrufeinheiten (AE)  für die Fernsprechsonderanlage zur Verfügung. Ihr Be- schaltungsgrad lag im Dezember 1989 bei 76 %, gleich 228 Teilnehmerschaltungen (TS). Ihre Beschaltung erfolgte gemäß einer Nomenklatur der Nachrichtenordnung (Ordnung Nr. 040/9/200) des Stellvertreters des Ministers und Chef des Haupt- stabes. Teilnehmer der Anlage waren u.a. der Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzende des Staatsrates der DDR, alle Mi- nister und Staatssekretäre der Regierung der DDR, Mitglieder des Politbüros der SED, Generale, deren Bürochefs und weitere ausgewählte Personen. Auch als Wohnungsanschlüsse waren TS geschaltet.  Jeder Teilnehmer bekam ein gesondertes Fernsprechverzeichnis mit dem Hinweis ausgehändigt  „Die Ministeranlage ist nur für den Austausch offener Informationen bestimmt. Informationen mit geheimen und vertraulichen Charakter sind nicht zu übermitteln“     Eine Überwachung der Gespräche über die Fernsprechsonderanlage erfolgte nicht. Der Chef des Hauptstabes der NVA hätte dazu niemals eine Genehmi gung erteilt. Die Leitungen waren auch nicht an die Überwachungsplätze ange- schaltet. Stellt sich die Frage, woher Betreiber von Webseiten ihre Weisheit nehmen und behaupten, dass hier überaus geheime Informationen übertragen wurden und damit eklatante Verstöße auf höchster Führungsebene begangen wurden. Die Fernsprechsonderanlage wurde offiziell am 07.Dezember 1990 außer Betrieb gesetzt. Alle Anrufeinheiten der  ATZ 65 N zur allgemeinen Nutzung wurden über das Jahr 1990 hinaus, weiter betrieben. Automatische Telefon- zentrale ATZ 65 N Prinzipdarstellung Vorteile bei der Nutzung der Anlage bestanden darin: - bei Wahl eines Teilnehmers innerhalb der Teilanlagen (Strausberg oder Berlin) waren anstelle von 4,   nur 3 Ziffern zu wählen. Bei Ausstieg von Strausberg nach Berlin und umgekehrt  4 Ziffern, - externe Teilnehmer konnten sich nicht in die Anlage einwählen, - das Herstellen von Verbindungen zwischen den Anlagen über einen Vermittlungsplatz möglich war.     Websiten unter der 2005 - 2011 J.Kampe 2005 - 2011 J.Kampe 2005 - 2011 J.Kampe 2005 - 2017 Eine Überwachung durch Angehörige der Verwaltung 2000 (Militärabwehr) scheint nahezu unmöglich. Dazu hätte man im Hauptverteiler der Nachrichtenzentrale Rangierungen vornehmen müssen. Das wäre ohne Bereitstellung von Leitungsin- formationen aus dem Schaltorgan oder des technischen Personals im Hauptververteiler nicht möglich gewesen. Von an- wesenden Diensthabenden wären solche Aktivitäten nicht unbemerkt geblieben. Mir sind keine solche Handlungen be- kannt. Und hätte es sie tatsächlich durch die Militärabwehr gegeben, kein Außenstehender hätte sie jemals zur Kenntnis bekommen. Von daher sind anderslautende Behauptungen mehr als zweifelhaft.