WTsch- Regierungsverbindungen - aus der Sicht eines Nachrichtenoffiziers der NVA - Weder Tschekist, noch Wtschist, aber Realist. Ein wenig Einsicht, Durchblick und Sachverstand, schon sind manche Ungereimtheiten aus dem Wege gebannt. Ein „Regierungs- WTsch- Netz”  (auch als “Netz geheimer Regierungsver- bindungen” bezeichnet) war in der DDR präsent, sein Aufbau nach der politischen Wende wird diskutiert, vehement.  Viele Fragen dürften damit beantwortet sein, viele möge es noch geben. Das Netz der “Regierungs- WTsch- Verbindungen” in der DDR stellte kein besonderes Netz dar. Es war kein DDR- weites “Fernkabelnetz” des MfS, wie es gelegentlich so bezeich- net wird. Mit seinen Verbindungen, Stationen, Sprechstellen usw. war es ein reines Kommunikationsnetz. In dieser oder jener Form leisten sich alle Länder dieser Welt ein solches Netz. Damals wie heute sind die Betreiber Geheimdienste, erfüllen den Auftrag ihrer Regierungen als Nutzer. Die Informationsübertragung erfolgt gedeckt, relativ abhör- und zugriffssicher.    In der DDR wurde das Netz in Verantwortung des Ministeriums für Staatssicherheit errichtet, betrieben und unterhalten. Ent- sprechend der hohen Sicherheits-standarts war der Personalbestand ausgewählt, die Strukturen mit der Abteilung Nachrichten beim MfS aufgestellt. Alle wussten es, respektierten die Arbeit der Spezialisten.  Eine Überbetonung des Geheimdienstes MfS im Netz oder das Hervorheben des einen oder anderen Elementes sind ungeeignet für eine sachliche und vernünftige Aufarbei- tung. Ergänzend darf für Strausberg und damit das Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) Erwähnung finden, auch hier befand sich eine WTsch- Zentrale  der „Regie- rungs- WTsch- Verbindungen”.  Abgetrennt und speziell gesichert, inmitten von Betriebsräumen der Nachrichtenzentrale „Wostok“. Das Betriebspersonal war bekannt und berechtigt zum Betreten des Bunkers. Die Zentrale wurde mit Leitungen über die Übertragungsstelle der Nachrichtenzentrale und die Kabeleinführung des Bunkers versorgt.       Besucher aus England (2001) in den Räumen der  WTsch- Zentrale des Nachrichtenbunkers “Wostok”. Die Räume waren als einzige tapeziert.     Websiten unter der 2005 - 2011 J.Kampe 2005 - 2011 J.Kampe 2005 - 2011 J.Kampe 2005 - 2017 1. Grundlage der WTsch-Verbindungen im Verteidigungszustand    ist das bestehende stationäre WTsch-Netz welches solange    voll betriebsfähig zu erhalten ist, wie es die Situation    zuläßt. Um die Verwundbarkeit der Verbindungen von Station    zu Station weitgehendst zu mindern, ist bereits in Friedens-    zeiten auf die Kanalbereitstellung im staatlichen Nachrich-    tennetz Einfluß zu nehmen.    Sind zwischen zwei Stationen zwei oder mehrere Kanäle ge-    schalten, so sind dort wo es möglich ist, verschiedene    Kabelwege zu nutzen. Geschichte: Die „Междугородная правительственная связь“, die gedeckte Kommunikation zwischen den Städten der UdSSR (in der alten Literatur der UdSSR als "ВЧ связь" bezeichnet) war in den 30er Jahren als operative Nachrichtenverbindungen der Organe der Staatssicherheit organisiert worden. Im Mai 1941 hat der Rat der Volkskommissare der UdSSR  (Совнаркома) beschlossen, an- stelle  „Междугородная правительственная связь“, die Bezeichnung  "Правительственная ВЧ связь" / Regierungs- WTsch- Verbindung einzuführen. Der Begriff „ВЧ связь“ wurde eingeführt in Übereinstimmung mit den hohen Sicherheitsstandarts des EACC (Einheitliches automatisiertes Nachrichtensystem) der UdSSR bei der Schaffung von Sekundärnetzen. Quelle: Wikipedia  Schlussfolgerung: Die wörtliche Übersetzung von „ВЧ = высокая частота” (hohe Frequenz, Hochfrequenz, hochfrequent) ist korrekt. Doch für die Bezeichnung “Regierungs- WTsch- Verbindung” ist richtiger die typisch russische Wortverbindung “вторичные сети связй”, übersetzt in zweitrangige Netze, überlagernde Netze, Sekundärnetze, zutreffend. In Russland wurde und wird zwischen “пер- вичные и вторичные сети связй”, erstrangige Netze, Grundnetze, Primärnetze und zweitrangige Netze, Sekundärnetze, unter- schieden. Mit dem Einsatz von Hochfrequenztechnik in dem Sekundärnetz “Regierungs-WTsch- Verbindungen”, wird ein hoher Sicherheitsstandart erreicht.  Versuch einer Definition: Das Netz der “Regierungs- WTsch- Verbindungen“ stellte die Gesamtheit aller in staatlichen und eigenen Fernmeldekabeln (Son- derkabeln) , Richtfunk- und anderen Übertragungssystemen, genutzter Leitungen (Stromwege) und Nachrichtenkanäle dar, die über Schalt- und Verteilereinrichtungen, Geheimhaltungsapparaturen auf Vermittlungssysteme aufgeschaltet, flächendeckend das Territorium der DDR erfassten, unabhängig von anderen Netzen arbeitete, vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) geplant, errichtet, betrieben und unterhalten und von Regierungs-, Partei- und militärischen Dienststellen zur gedeckten Kommunikation genutzt wurde. Versuch einer Erklärung: Wie alle Bedarfsträger in der DDR (z.B. die Wismut, Nationale Volksarmee, Ministerium des Innern, Zivilverteidigung, usw.) hat das MfS Mietleitungen der Deutschen Post (auch Leitungen in eigenen Fernmeldekabeln), genutzt. Die Leitungen konnten NF- Kanäle, unterschiedliche Grundleitungen für Trägerfrequenz- oder Wechselstromtelegrafie, Leitungen für Rundfunkübertragung o.ä. sein. Ihre Zusammenschaltung bildete ein flächendeckendes Netz über Städte, Bezirke und Kreise, in dem weder Klartext gesprochen noch in anderer Form Informationen offen übertragen wurden. Das Netz arbeitete unabhängig von anderen Netzen, wie auch das „Integrierte Stabsnetz der Partei- und Staatsführung und der bewaffneten Organe“, das Not- und Havarienetz der NVA oder andere Netze. Genannte Netze gehörten in die Kategorie der Se- kundärnetze, nutzten das Fernmeldekabelnetz (Kabelarten: Fernkabel, Hauptamts-, Knotenamts-, Amts-, Netz-, Ortskabel, oder, usw.) der Deutschen Post und eigene Kabelnetze als Primärnetze. Die Ka-bel der Primärnetze wurden in der Regel mit pneuma- tischen Überwachungseinrichtungen gesichert. Sonderkabel der Bedarfsträger unterlagen nicht selten dem Trassenschutz der Deutschen Post und verfügten über die gleichen Standards.   Unter diesem Gesichtspunkt gesehen ist die Bezeichnung „Fernkabelnetz“ für „Regierungs- WTsch- Verbindungen” falsch und un- zulässig. Gelegentlich aber so zu lesen. Die Bezeichnung „Fernkabel“ entsprach einer definierten Netzebene im Grundnetz des staatlichen Nachrichtenwesens der DDR. Über sie waren z.B. alle Hauptämter der Deutschen Post verbunden. Das Netz der ”Re- gierungs- WTsch- Verbindungen” war ein Sekundärnetz, betrieben unter Nutzung von Leitungen (Stromwegen, auch Adernpaaren) innerhalb der Fernkabel und anderer o.a. Kabelarten. Die Leitungen in den Kabeln der Deutschen Post, als Mietleitungen be- zeichnet, wurden nach zeitlicher Nutzung unterschieden, in Dauer- und Zeitleitungen. Damit verbunden war eine sich ständig än- dernde Ausdehnung des Netzes. Zeitleitungen wurden z.B. zur Durchführung von Protokollveranstaltungen, die Unterbringung von Staatsgästen in Hotels usw. angemietet. Die Anzahl der Bezirksstädte in der DDR und deren Entfernungen nach Berlin lassen den Leser schlussfolgern; Das Netz der “Re- gierungs- WTsch- Verbindungen” hatte eine Gesamtlänge, die um ein Vielfaches größer war als 1700 km, wie man auf Webseiten lesen kann. Ich bin dem Betreiber der Webseite SAS- und Chiffrier dankbar für die Einstellung des Beitrages „Aus der Konzeption für die Gewährleistung von WTsch-Verbindungen im Verteidigungszustand“, unterzeichnet vom Chef Nachrichten des MfS, General- major Zukunft. Dort heißt es u.a. ... in Friedenszeiten auf die Kanalbe- reitstellung im staatlichen ..., bedeutet, Einflußnahme auf die Leitungsführung der Mietleitung in den Kabeln der DP. Sind zwischen zwei Stationen zwei oder mehrere Kanäle geschalten ..., ist bei der DP zu erwirken, dass diese Kanäle (Mietleitungen) in unterschiedlichen Fernmeldekabeln geschaltet sind.